Von der Tradition, an der Zukunft zu bauen
Richtfeste feiern - das konnten alle Generationen der Weitkamps gut. Hier Karl Weitkamp Anfang der 1960er Jahre beim traditionellen Hammerschlag.
Fest auf westfälischem Boden stehen, über den Tellerrand in die Zukunft schauen, die Ärmel aufkrempeln, das Vorhandene nutzen  und immer wieder Neues erschaffen, Ideen entwickeln, selbst mit anpacken - im Familienunternehmen Schnitzler wurden diese Tugenden von Generation zu Generation weitergegeben.

Egal, wie die gesellschaftlichen Umstände, die Wirren der jeweiligen Zeit, die Gegebenheiten durch familiäre Veränderungen und die Herausforderungen für die aktuelle Generation waren: Bei Schnitzler wurde geplant, gebaut, investiert, erweitert, modernisiert. Immer.

Als Ludwig Schnitzler im August 1892 an der Salzstraße seine kleine Schirmfabrik ansiedelte, ahnte er sicher nicht, dass seine Nachfolger 125 Jahre und fünf Generationen später mit einem großen Modehaus am Prinzipalmarkt erfolgreich sein würden.
Mutig kaufen
Nachdem Emil und Frida Weitkamp 1911 das Haus Schnitzler übernahmen, erwarteten sie unruhige Zeiten. Dennoch: Mit ihrem Hauskauf am Prinzipalmarkt Ende der 1920er Jahre wagten sie einen gewaltigen Schritt: für sich ganz persönlich, aber auch für alle nachfolgenden Weitkamp-Generationen.

Bereits 1935 übernahm Karl Weitkamp das Unternehmen und wagte die Sortimentserweiterung, passend zu den Schnitzler-Schirmen, mit Mänteln. Als 1942 eigentlich das 50-jährige gefeiert werden sollte, waren die Auslagen, dem Krieg geschuldet gähnend leer.

Den absoluten Kahlschlag verursachte die Zerstörung des Prinzipalmarkts - als Karl Weitkamp aus dem Krieg nach Hause kam, traute er seinen Augen kaum. Und gehörte dann zu den Allerersten, die Schnitzler und damit auch den Prinzipalmarkt wie  Phoenix aus der Asche wiederauferstehen ließen. 
Die Schnitzler Schirmfabrik auf der Salzstraße - hier fing alles an.
Der Prinzipalmarkt in Schutt und Asche - aber Schnitzler steht schon wieder! Hier schippte der Chef auch selbst - in der Mittagspause des Verkaufs in der Baracke.
Bereits 1946 stand - mit bescheidenen Mitteln und eigener Hände Arbeit errichtet - wieder ein Behelfsladen zwischen den Trümmerbergen und 2,5 Millionen Kubikmeter Schutt. Unterkriegen lassen? Nicht mit den Weitkamps!

Visionär investieren
Als Karl-Jürgen Weitkamp 1946 geboren wurde, umfasste Schirm-Schnitzler gerade mal einen 3,50 Meter breiten Parterreladen mit einem 80-Zentimeter-Türchen. Münster strengte sich in dieser Zeit an und bereitete sich mit den gegebenen Mitteln auf die 300-Jahr-Feier des Westfälischen Friedens 1948 vor. Säulen vor dem Haus konnten sich die Weitkamps beim 

Wiederaufbau ihres Gebäudes eigentlich nicht leisten. Aber man dachte visionär, lieh sich das Geld und investierte. Ein Glück!

1949, der Rat der Stadt hatte gerade erst offiziell den Wiederaufbau der Stadt beschlossen, erstrahlte das Haus Schnitzler bereits wieder in einem nie gekannten Glanz. Anneli und Karl hatten moderne Verkaufstische angeschafft, Regale platziert und mit einem getäfelten Innendekor Eleganz ins Haus einziehen lassen. Es gab nun den gewünschten Bogendurchgang und ein komplettes Ladengeschäft mit zwei Obergeschossen.
Die Schnitzler-Fassade des Hauses Prinzipalmarkt 40 - damals noch mit Firmenlogo mit markantem Schirm.
Taktisch erweitern 
Doch die Weitkamps waren schon damals nicht für Stillstand gemacht. haus Nummer 40 grenzte an domeigenes Pachtland und das Werkstattfenster zum Dom hin war für Karl Weitkamp das Fenster in die Zukunft. In einer Art "Sandkastentaktik" näherte sich der Bauherr der ersehnten Erweiterung Richtung Domplatz. Er pachtete 1951 den Hofraum ... zunächst für einen Sandkasten für den kleinen Karl-Jürgen und seine Freunde.

Auch damals war es nicht nur wichtig, das eigene Familienunternehmen in die Zukunft zu tragen. In großer Verantwortung auch für den Prinzipalmarkt und für die Heimatstadt Münster ging es den Weitkamps stehts darum, gemeinsam mit den Nachbarn den Handel und Standort in Münster weiterzuentwickeln.

Auch baulich war das eine ständige Herausforderung. Immer wieder gab es in allen Generationen den berühmten "Tag X", wo alles überdacht, alles neu geplant und natürlich auch immer weider investiert werden musste.

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Ein Meilenstein war sicher auch der 13. September 1962. nach fünf Monaten Umbau und der schon mit der Sandkastenvision erhofften Erweiterung Richtung Domplatz umfasste Schnitzler nun schon sieben Fachabteilungen unter einem Dach auf 1.100 Quadratmeter Fläche.
"Eine Stadt ist so viel, so groß, so attraktiv, wie diejenigen sie machen, die diese Stadt zu tragen haben", sagte damals Busso Preus, Oberbürgermeister der Stadt Münster, in seinem Grußwort zur Eröffnung. 
Karl Weitkamp freute sich über die vielen Gäste, die an diesem Tag sein erweitertes Modehaus feierten. An Ausruhen dachte er nach den anstrengenden Umbauarbeiten allerdings nicht, sondern klopfte inmitten seiner Festgesellschaft geräuschvoll an die Wand zum Nachbarhaus und tönte: "Durch diese Wand ... gehen wir auch noch!" Er sollte Recht behalten.

Neues wagen
Karl-Jürgen Weitkamp trat 1970 ins Unternehmen ein. Hätte er sich nicht für die elterliche Branche und das Familienunternehmen entschieden, wäre er vermutlich Architekt geworden. Er baute als weiteres Unternehmen den Herrenausstatter Weitkamp am Prinzipalmarkt 6/7 auf und entwickelte auch nach dem frühen Tod seines Vaters die Werte und auch die bauliche Intensität seiner Vorgänger weiter. 
Stillstand ist Rückstand, immer ein paar Jahre vorausdenken! Modernisieren! Die Arbeitsplätze der Mitarbeiter lebenswert gestalten! Neugierig sein auf Neues! Innenausbau! Ladenbau!
Karl-Jürgen Weitkamp (links) im sandkasten, der damals hinter dem Schnitzler-Gebäude stand - und heute mitten in der Verkaufsfläche wäre.
Richtfeste - immer zünftige Gründe zum Feiern: für Handwerker und Belegschaft, Inhaber und Nachbarn.
Auffällige Böden und Decken, individuelle Raumgestaltung - im Schnitzler-Haus der 1970er Jahre sogar mit Grünpflanzenbeeten! Umgebaut wurde oft im laufenden Prozess und alle packten mit an.
Modern planen
So hielten in den 1980er Jahren etwa Kirschholzwände und weiße Decken, Glas, Lack und Halogen Einzug im Hause Schnitzler. Und 1988 war es dann so weit: Schnitzler ging durch die Wand. Das Haus 43 wurde gekauft und angekoppelt, Schnitzler wuchs weiter, wurde wieder und wieder modernisiert, verändert, erweitert.

So geht es bis heute und so wird es weitergehen.
Auch Andreas Weitkamp, seit 2008 bei Schnitzler in Verantwortung, baut leidenschaftlich und visionär an der Zukunft des Familienunternehmens. ein großer Schritt in dieser Zeit war die Erweiterung  2013, bei der es während der Bauphase zu einem aufsehenerregendem Brand kam - ein Schock. Aber: "Aus allem Schlechten lässt sich etwas Gutes entwickeln" weiß Weitkamp ... und baut weiter.
Aufgestockt zum Domplatz hin: Seit 2013 hat Schnitzler auch auf dieser Hausseite ein neues Gesicht.
Entstanden sind Arbeitsplätze mit unvergleichlichem Domblick: echte Lebensqualität für die Mitarbeiter im Büro!
Modehaus Schnitzler KG
Prinzipalmarkt 40/43
48143 Münster
T: +49 251 414 90 0
F: +49 251 414 90 20
E: willkommen@modehaus-schnitzler.de
Geschäftsleitung/Prokuristen: Andreas Weitkamp, Michael Wiemer
Persönlich haftender Gesellschafter: Karl-Jürgen Weitkamp
Umsatzsteuer-Id: DE126105867 | Registergericht: Amtsgericht Münster | HRA 33